Zum Tod von Pastorin Heide Steinwehr

„…dann sehe ich so viel.“

Mit Bestürzung und tiefer Trauer musste ich zur Kenntnis nehmen, dass Heide Steinwehr ganz plötzlich und überraschend für alle in Ihrer Wohnung am 22. April gestorben ist. Seit Februar 2025 war sie Pastorin in der Kirchengemeinde Anklam in Vorpommern und hat dort in kurzer Zeit neue Akzente gesetzt. Von 2020 bis 2022 machte sie ihr Vikariat in Uetersen, als Anleiter konnte ich sie in der Ausbildung zur Pastorin begleiten. Sie war ein kreativer und phantasiebegabter Mensch mit vielen Ideen. Obwohl die Ausbildungsbedingungen in der Corona-Zeit schwierig waren und viele Veranstaltungen gar nicht stattfinden konnten, entwickelte die Vikarin Ideen und Strategien, trotzdem mit den Gemeindemitgliedern in Kontakt zu kommen und das Evangelium auf anderen, neuen Wegen den Menschen nahe zu bringen.

„Wenn ich die Augen zumache, dann seh ich so viel.“ Das hat Heide Steinwehr schon als Kind gesagt, denn für sie war die Wirklichkeit schon damals viel größer als die sichtbare Welt um sie herum. In ihrem Tagebuch hielt sie ihre Gedanken und Gefühle fest, schrieb Gedichte auf und Sprichworte, die sie fand. In ihrem Vikariat merkte ich, wie sehr sie sich von dieser nicht sichtbaren Wirklichkeit, zu der ja auch Gott und der Glaube gehören, inspirieren ließ. Und die Menschen in ihrer ersten Gemeinde in Groß Pankow und dann in der zweiten Gemeinde in Anklam haben das auch erfahren.

Dass Heide Steinwehr nun mit nur 35 Jahren gestorben ist, ist ein großer Verlust: für ihre Mutter, Geschwister und alle Angehörigen, für die Kirchengemeinde in Anklam, für die Nordkirche überhaupt. Unser Mitgefühl gilt der Familie und allen, die sie gern hatten. Beigesetzt wurde die Pastorin in Demmin, ihrer Geburtsstadt.

Heide Steinwehr hat ihre Augen für immer geschlossen. Jetzt kann sie sehen, was wir Lebende nur glauben und hoffen können: die Herrlichkeit des dreieinigen Gottes. Paulus schreibt: „Wir sehen nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare. Denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig“ (2. Korinther 4,18).  Gott ist ewig, sein Reich ist für uns Lebende unsichtbar, aber sichtbar für die, die im Vertrauen auf ihn gestorben sind. Gottes Barmherzigkeit befehlen wir das Leben der Verstorbenen an.

Johannes Bornholdt, Pastor i.R.